2009
07.20

Three months ago…

 
 

Am Mittwoch ist es genau drei Monate her, drei Monate in denen viel passiert ist und vieles nicht so gekommen ist wie ich es mir erhofft hatte.

Viele Menschen sehen Suizid als etwas schändliches an, etwas das man einfach nicht macht. Ich sehe das nicht so, jeder hat sein Leben in der Hand. Darüber zu bestimmen ist allein die Sache des Einzelnen.
Ich denke immer noch jeden Tag an dich Martin, frage mich warum du so gehandelt hast. Die Antwort darauf kenne ich wahrscheinlich besser als jeder andere der dich kannte. Unsere Lebensgeschichten ähneln sich leider auf erschreckende Weise. Als ich 13 war sind innerhalb eines Jahres mein Opa, meine Mutter und meine Katze, die ich über alles geliebt habe, gestorben. Alle an Krebs. Meine Mutter ist am gleichen Tag gestorben wie mein Opa, nur extakt 365 Tage später.

Unsere Familie väterlicherseits (inklusive meinem Bruder, mir und alle Freunde die meine Mutter hatte), mussten sich bei der Beerdigung noch auf dem Friedhof aufs übelste von der Familie meiner Mutter beleidigen lassen und der Pfarrer hat meinen Vater nicht mal erwähnt (Hoffentlich gibt es eine Hölle du scheiß Wichser!). Dabei hat er meine Mutter bis zum Schluss immer gut versorgt, mit zwei (kleinen) Kindern und einem eigenen Geschäft eigentlich unmöglich zu schaffen.

Leider war der Alptraum damit noch lange nicht vorbei. Die neue Freundin meines Vaters hat schnell gemerkt, dass ich kapierte warum sie da war. Sie wollte nur das Geld meines Vaters. Ab dem Zeitpunkt wurde mein Leben erst richtig zur Hölle. Sie hat meinen Vater manipuliert, ihn gegen mich aufgehetzt. Jeden Tag, die ganze Zeit, all die Jahre.

Ich war damals (und die Jahre danach) sehr oft an dem Punkt an dem du deinen Entschluss durchgezogen hast. Auch heute noch überfällt mich dieses Gefühl, vor allem im Winter. Es lähmt mich für Wochen, sperrt mich in mir selber ein und doch kann ich nicht das geringste dagegen tun. “Der Freak spinnt wieder”, denken sich die meisten dann wohl, aber das geht mir schon lange am Arsch vorbei. Ich hatte nie den Mut dazu und ob das nun gut war oder nicht, kann ich nicht endgültig beurteilen.

Ich habe immer noch kein gutes Verhältnis zu meinem Vater (im Gegensatz zu dir). Daher sind meine Freunde meine Familie geworden, sie sind die einzigen denen ich halbwegs vertraue. Aber wie wenig das teilweise Wert ist zeigte sich leider in den letzten Wochen…

Ich kann natürlich nicht sagen was genau der Grund für dich war diesen Schritt zu gehen, aber ich glaube ich kann dich ein Stück weit sehr gut verstehen. Und werde am Mittwoch an dieser scheiß Brücke sein, wie so oft in letzter Zeit. Ich denk an dich, Lonely Shepherd!

Life is white, and we are black
*You’re more than a memory*

Share

Kein Kommentar

Kommentieren

Dein Kommentar

 
Get Adobe Flash playerPlugin by wpburn.com wordpress themes